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Pressemitteilung

München, 04. März 2015

Dr. Christian Ullrich zum Vorstandsvorsitzenden des Landesverbands Geriatrie gewählt

Vorwurf: Die Krankenkassen riskieren die adäquate medizinische Versorgung der älteren Bevölkerung

 

Zum neuen Vorstandsvorsitzenden des Landesverbands Geriatrie Bayern wurde Chefarzt Dr. Christian Ullrich vom Diakoniewerk München-Maxvorstadt gewählt. Der 51-jährige Facharzt für Innere Medizin und Geriatrie und über Bayern hinaus bekannte Spezialist für Altersmedizin steht dieser verbandspolitischen Vertretung aller geriatrischen Einrichtungen in Bayern für die nächsten 3 Jahre vor. Der Landesverband Geriatrie umfasst derzeit 30 Kliniken mit Akutgeriatrie und geriatrischer Rehabilitation.

Aus Anlass seiner Wahl warnte Dr. Ullrich vor dem anrollenden geriatrischen Tsunami. „Wir werden immer älter und alte Menschen haben bekanntermaßen nicht nur eine Krankheit, sondern oft vielfache Beschwerden, die aufeinander abgestimmt behandelt werden müssen. Dafür fehlen in Bayern, und nicht nur hier, die ausreichenden Finanzmittel. Die Krankenkassen gefährden somit die Versorgung.“

Hintergrund ist, laut Dr. Ullrich, dass die von den Krankenkassen zugebilligten Tagessätze in der Rehabilitation nicht ausreichen, um die Unkosten zu decken. Erste Einrichtungen wurden schon geschlossen. Die Behandlung sei aufwändig, weil viele medizinische Problemfelder gleichzeitig bestehen und parallel behandelt werden müssen. Es fehlten 40 Millionen pro Jahr, die benötigt würden um in Bayern  eine ausreichende, flächendeckende geriatrische Versorgung zu gewährleisten. Doch die Krankenkassen hätten sich entschieden im Zweifel nicht zu zahlen. Dies entlaste zwar kurzfristig deren Etat, werde aber langfristig zum Bumerang.

Dr. Ullrich dazu: „Medizinische Akutprobleme werden heute in der Regel überlebt, was ja per se zu begrüßen ist. Die Patenten werden älter, die Probleme vielschichtiger. Die multimorbiden, hochaltrigen Patienten schlagen dann in anderen Abteilungen auf, werden dort nicht entsprechend behandelt und damit entstehen noch mehr Kosten. Bei 22 Milliarden Überschuss der Kassen wären 40 Millionen eine Kleinigkeit: so viel zahlt der FC Bayern für einen Fußballspieler und wir sprechen hier von einem Meilenstein in der Seniorenmedizin, der dadurch erreicht werden könnte, von Aschaffenburg bis Berchtesgaden und vom Allgäu bis zum Bayerischen Wald.“